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Alpiq in: Schweiz
Alpiq Gruppe

Story: 09.05.2017

Nant de Drance: Ein Jahrhundertbauwerk in den Alpen

Die beiden Emosson-Seen im Unterwallis: Das Gefälle wird ab 2018 neu auch genutzt für ein Pumpspeicher-Kraftwerk. 

Die beiden Emosson-Seen im Unterwallis.

Im Jahr 2018 soll das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance im Wallis in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren. Mittendrin ist Alpiq InTec.

Es ist ein Wildbach, der dem Milliardenprojekt seinen Namen gibt: der Nant de Drance. Der Bach fliesst in den Walliser Alpen, im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich. Er ist der Abfluss des Stausees von Vieux Emosson und mündet in den Lac d’Emosson.

Die Topografie der Landschaft eignet sich ideal für ein Pumpspeicherkraftwerk: Das Gefälle zwischen den beiden Seen beträgt nämlich fast 300 Meter.


Pumpen, abfliessen; pumpen, abfliessen

Und weshalb ist dieses Gefälle dienlich für den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks? Dazu muss man verstehen, wie ein solches Kraftwerk funktioniert: Das Kraftwerk Nant de Drance pumpt Wasser mit Hilfe von Strom vom Lac d’Emosson (1'930 m) in den höher gelegenen Lac du Vieux Emosson (2'225 m.). Bei Bedarf kann das Wasser wieder abgelassen werden und treibt so beim Herunterfliessen eine Turbine mit einem Generator an – Strom fliesst ins Netz.

Ein grosser Vorteil liegt darin, dass Strom gezielt dann produziert werden kann, wenn Engpässe im Netz herrschen. So kann dieser zu interessanteren Preisen verkauft werden – ein Trumpf, der angesichts der tiefen europäischen Grosshandelspreise zurzeit allerdings nicht sticht.


Strom für 700 000 Haushalte

Gepumpt, turbiniert und daraus Strom generiert wird voraussichtlich ab 2018. Die Inbetriebnahme wird – nach elfjähriger Projektdauer – schrittweise erfolgen. Turbine für Turbine. Total umfasst das Kraftwerk Nant de Drance sechs Pumpturbinen mit einer Leistung von je 150 Megawatt, die wiederum sechs Generatoren mit einer maximalen Leistung von 175 Megavoltampere antreiben. Vergleicht man die Leistung von Nant de Drance – insgesamt rund 900 Megawatt pro Jahr – so liegt diese nur geringfügig unter jener des Kernkraftwerks Gösgen mit jährlich 1'010 Megawatt.

Baustelle der Superlative: Die Kosten für den Ausbau von Nant de Drance betragen rund 2 Milliarden Franken.

Baustelle der Superlative: Die Kosten für den Ausbau von Nant de Drance betragen rund 2 Milliarden Franken.


Ab 2020, sobald alle Turbinen im Einsatz sein werden, soll die Anlage planmässig rund 2,5 Milliarden Kilowattstunden Energie pro Jahr erzeugen. Dies entspricht dem jährlichen Energiebedarf von über 700'000 Haushalten.


Belüftet, gekühlt, getrocknet und überwacht

Bis das Kraftwerk so viel Strom ins Netz einspeisen wird, gibt es noch viel zu tun – auch für Alpiq InTec. Denn Alpiq InTec ist seit Anfang 2016 auf der Baustelle vertreten und wird bis zum Abschluss der Arbeiten vor Ort bleiben.

Doch was macht Alpiq InTec konkret im Projekt Nant de Drance? Jede Menge. Angefangen bei der Lüftung: Die Arbeiten spielen sich grossteils unterirdisch in sogenannten Kavernen ab. Einige davon sind für Maschinen und Transformatoren bestimmt. Alpiq InTec sorgt für die unterirdische Belüftung und Entrauchung. Die Kavernen, in welchen sich Maschinen und Transformatoren befinden, müssen zusätzlich gekühlt werden.

In den Kavernen des neuen Kraftwerks: Hier sorgt Alpiq InTec zum Beispiel für Belüftung, Entrauchung und Kühlung.

In den Kavernen des neuen Kraftwerks: Hier sorgt Alpiq InTec zum Beispiel für Belüftung, Entrauchung und Kühlung.


Zusätzlich zur Belüftung und Kühlung gilt es, die Kavernen möglichst trocken zu halten. Aus diesem Grund sammeln und evakuieren die Experten von Alpiq InTec das Rieselwasser.


Die etwas andere Baustelle

Alpiq InTec richtete zudem zwei Überlebenskammern mit autonomer Sauerstoffzufuhr für den Notfall ein. Nichtsdestotrotz trägt jeder Arbeiter aus Sicherheitsgründen ein Atemschutzgerät bei sich. Ein Grossteil der Alpiq InTec-Belegschaft übernachtet in Containern, die vor Ort aufgestellt wurden, und eine eigens eingerichtete Kantine sorgt für das leibliche Wohl der Arbeiter – damit diese hier für die Zeit der Bauarbeiten voller Energie ans Werk gehen können.

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