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Alpiq in: Schweiz
Alpiq Gruppe

Story: 26.04.2018

Das grünste Rechenzentrum der Schweiz

Rechenzentrum

Mit dem neuen Rechenzentrum im ländlichen Gais schafft die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) einen Datentresor der höchsten Sicherheitsstufe mit beinahe 100-prozentiger Verfügbarkeit. Alpiq InTec (AIT) hat die SAK dabei unterstützt, nicht nur in Sachen Sicherheitsstandard, sondern auch mit Energieeffizienz zu glänzen.

Seit Januar 2018 ist im Appenzellerland ein neues Rechenzentrum in Betrieb. Kunden aus aller Welt können Serverplätze mieten und von der modernen Infrastruktur profitieren. Das Rechenzentrum Ostschweiz ist dank Photovoltaik und ausgereiftem, höchst innovativem Kühlsystem das energieeffizienteste oder, wie es sich selbst nennt, das grünste Rechenzentrum der Schweiz. Alpiq InTec (AIT) hat die SAK beim Bau mit den Gewerken Elektro, Heizung, Kühlung und Lüftung unterstützt. Die AIT Profis der Region St. Gallen haben bei der Installation die hohen Anforderungen insbesondere bezüglich Qualität, Technik und Ästhetik erfüllt. Auch der straffe Zeitplan konnte dank umsichtiger Planung und hervorragender Zusammenarbeit der AIT Gewerke eingehalten werden. Zum Teil waren bis zu 50 Haustechniker, das heisst Elektriker sowie Heizungs- und Lüftungsmonteure, gleichzeitig auf der Baustelle.

Unterbrechungsfreier Betrieb garantiert
Damit den Kunden des Rechenzentrums ein ununterbrochener Zugriff auf die darin gelagerten Daten garantiert werden kann, wurden beim Bau Vorkehrungen getroffen. Das Gebäude verfügt über einen A- und einen B-Trakt. Der Grundriss ist gespiegelt aufgebaut. Das heisst, dass jede Systemkomponente doppelt eingebaut wurde. Fällt ein System aus, so wird innerhalb kürzester Zeit das zweite in Betrieb genommen. Die Elektroinstallationen sind das Herzstück für den Betrieb des Gebäudes. Zur Gewährleistung höchstmöglicher Versorgungssicherheit wird das Rechenzentrum direkt ab dem Unterwerk über zwei Trafostationen mit Strom versorgt. Ein Stromausfall ist somit unwahrscheinlich. Dennoch verfügt es über zwei USV-Anlagen und Notstromgeneratoren, welche bei Stromausfall den Betrieb über 72 Stunden garantieren.

Rechenzentrum

Ralph Ritter, Abteilungsleiter Heizung, Lüftung, Kälte (HLK), in der Lüftungszentrale mit Löschanlage.


So sicher wie eine Bank: Kameras, Alarmsysteme und Biometrie mit Venenleser
Ein elektronisch überwachter Zaun umgibt die Anlage, und knapp 100 Kameras überwachen flächendeckend das Gebäude und seine Umgebung. Der Zutritt zum Gebäude erfolgt über eine Schleuse mit einer Vereinzelungsanlage. Zur Vermeidung von unbefugtem Zutritt sind alle Türen nicht nur mechanisch gesichert, sondern auch über eine biometrische Zutrittskontrollanlage angesteuert. Die Freigabe erfolgt, wenn der Handvenenleser die Person eindeutig identifiziert. Die Öffnung der EDV-Racks erfolgt ebenfalls über dieses System. Selbstverständlich gehört auch eine Einbruchmeldeanlage zum Sicherheitskonzept. Zum Schutz von Personen und Infrastruktur sind alle Räume mit einer Brandmeldeanlage und einer Notbeleuchtungsanlage geschützt. Die wichtigsten Räume sind zusätzlich durch ein Brandfrüherkennungssystem (RAS) mit automatischer Löschgasanlage abgesichert; im Brandfall wird Sauerstoff durch Stickstoff verdrängt. Die Lüftungsanlage versorgt sämtliche Annexräume mit Frischluft, und jeder Raum ist mit Volumenstromreglern und Brandschutzklappen ausgerüstet.

Rechenzentrum

Die Cafeteria im erfrischenden Appenzeller-Design. Bietet Kunden, die Installationen im Serverbereich durchführen, Platz für eine Pause.


Intelligente Lichtsteuerung
Für die optimale Beleuchtung wurde aktuelle LED-Technik eingebaut. Bei der Ansteuerung vom Zugang bis zum Datacenter sorgt eine Schwarmfunktion dafür, dass immer diejenigen Sektoren ausgeleuchtet werden, in die man sich gerade begibt. Danach wird das Licht gedimmt. Damit beim Verlassen des Gebäudes das Licht ausgeschaltet wird, wurde eine Anbindung an die Vereinzelungsanlage erstellt. Mit einem einzigen Befehl ans Leitsystem wird das Gebäude dunkel.

Riesiges Photovoltaik- und Wärmekraftwerk
Photovoltaik-Paneele umhüllen das gesamte Gebäude des Rechenzentrums. Dach und Fassade produzieren 230 000 kWh Energie pro Jahr, was dem jährlichen Energiebedarf von rund 50 Haushalten entspricht. Das Rechenzentrum deckt so einen Teil des eigenen Bedarfs. Die Abwärme, die durch den Kühlvorgang entsteht, wird im Wärmeverbund genutzt. Sie hilft in der benachbarten Bergkäserei Gais dabei, die Milch zu pasteurisieren. In Zusammenarbeit mit der Hoval AG wurden Spezialgeräte zur Kühlung der Serverräume entwickelt und eingebaut. Das innovative Kühlsystem überzeugt mit seinem geringen Energieverbrauch bei der Kühlung bzw. der Raumtemperaturhaltung der Serverinstallationen.

Rechenzentrum

Umluftkammern mit Lüftungsklappen

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